Elterntraining bei ADS/ADHS
Die Schulung der engsten Bezugspersonen des Kindes ist einer der wichtigsten Bausteine innerhalb der Therapie des Aufmerksamkeits-Defizits-Syndroms. Ein Elterntraining kann Veränderungen in die richtige Richtung anstoßen und somit wesentlich zur Überwindung der ADS-Schwierigkeiten beitragen.
Kinder mit ADS/ADHS sind anders: Sie sind meist laut, fügen sich nicht ein, sind stets bemüht, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, koste es, was es wolle. Regeln scheint es für sie nicht zu geben. Gleichzeitig sind diese Kinder aber auch besonders empfindsam, hilfsbereit und harmoniebedürftig. Das Leben mit ihnen gleicht einer Achterbahnfahrt, für die sich Eltern warm anziehen müssen. Die alltäglichen Schwierigkeiten im Umgang mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern belasten das familiäre Miteinander und überfordern selbst erfahrene Eltern und Großeltern. Wie kann es sein, dass mit diesem Kind alles anders ist?
Brauchen diese Kinder eine andere Erziehung?
Kinder mit ADS/ADHS stellen besonders große Anforderungen an die Erziehungsfähigkeit. Ihre Eltern müssen häufiger korrigierend und anleitend eingreifen als Eltern unauffälliger Kinder. Die Forschung zeigt, dass nicht Erziehungsfehler Ursachen der für ADS/ADHS typischen Schwierigkeiten sind, sondern vielmehr die Veranlagung dieser Kinder.
Mehr als andere Kinder brauchen hyperaktive Kinder Verständnis statt Kritik, Annahme statt Zurechtweisung, Begleitung statt Erziehung. Da sie viel Steuerung von Außen benötigen, ist ihre Erziehung besonders zeitintensiv.
Typisch ist die mangelhafte Impulskontrolle: Jede Idee will sogleich verwirklicht werden. Selten verhalten sich diese Kinder wie erwartet. Ein weiteres Problem ist die geringe Frustrationstoleranz: Klappt etwas nicht auf Anhieb, lassen die Kinder ihren negativen Emotionen freien Lauf.
All dies erfordert besonders viel Geduld, Konsequenz und Liebe auf Seiten der engsten Bezugspersonen.
Kinder mit ADS/ADHS benötigen explizite Hinweise, genaue Anleitungen, vermehrte Aufsicht und erhöhte Konsequenz in der Erziehung. Inkonsequentes, vorwiegend strafendes, aber auch ein zu nachlässiges Erziehungsverhalten kann die Symptomatik wesentlich verstärken.
Eltern hyperaktiver Kinder müssen lernen. ihre eigenen Ressourcen zu schonen. Sie müssen lernen, die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit zu erkennen und zu respektieren.
Konzeption des Elterntrainings
Das Elterntraining bei ADS/ADHS vermittelt Erziehungsgrundsätze und sofort umsetzbare Verhaltens- und Reaktionsweisen, die sich in der Erziehung von Kindern mit ADS/ADHS als sinnvoll und zielführend erwiesen haben.
Ziele des Elterntrainings
- Die Eltern sollen besser einschätzen können, was sie von ihrem Kind erwarten können und was es aufgrund ADS/ADHS (noch) nicht besser kann.
- Die Eltern erhalten emotionale Entlastung und Unterstützung in einer Gruppe Gleichgesinnter.
- Die Eltern erfahren, wie andere Eltern für ADS/ADHS typische Erziehungsprobleme lösen.
- Die Eltern lernen, wie sie in ihrer Familie eine positive Eltern-Kind-Kommunikation aufbauen können.
- Die Eltern sollen alltägliche Erziehungsschwierigkeiten konstruktiv wahrnehmen, d.h. sie sollen mehr Sicherheit und Souveränität im Umgang mit belastenden Situationen entwickeln. Erziehung soll als zu bewältigende Herausforderung angesehen werden, die auch Spaß machen kann.
- Die Eltern lernen, liebevoll-konsequent zu erziehen und insbesondere auf aggressive Verhaltensweisen regelmäßig und verlässlich zu reagieren.
- Die Eltern erfahren, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, den Alltag mit Kindern mit ADS/ADHS zu erleichtern.
Ich freue mich, wenn Sie sich für das Elterntraining interessieren und stehe Ihnen gerne für nähere Informationen telefonisch oder per eMail
zur Verfügung.
